José Cardús schrieb das Buch “Las Misiones franciscanas entre los infieles de Bolivia” nach einer zweijährigen Reise zu allen Franziskanermissionen Boliviens. Diese Reise, zu der er im Jahre 1882 vom Generalkommissär beauftragt worden war, hatte den Zweck, möglichst umfassende Informationen zu den Missionen zu liefern. Damit sollten in der Folge Maßnahmen für eine bessere Entwicklung getroffen werden.
aus: Cardús, José: Las Misiones franciscanas entre los infieles de Bolivia. Descripción del Estado de ellas en 1883 y 1884. Barcelona: Librería de la Inmaculada Concepción 1886.
An den Beginn des Buches stellte er ein einführendes Kapitel zur Geschichte Boliviens und zum Entstehen der Missionskollegien (Die Besonderheiten eines Missionskollegs). Im Anschluss daran beschrieb Cardús die Franziskanermissionen, jene des Kollegs Tarija, Potosí, Tarata und La Paz. In dieser Beschreibung berücksichtigte Cardús das religiöse Leben der Indígenas vor und nach der Missionierung, die politische und wirtschaftliche Führung derselben, die Besonderheiten des Klimas, die Anbauprodukte und „Industrien“, das schulische Leben sowie die Tätigkeiten der Patres. Den Missionen von Guarayos widmete er besonderen Raum. In weiteren Kapiteln behandelte Cardús auch geographische, ethnologische, sprach- und naturwissenschaftliche Themen.
Das Buch wurde im Jahre 1886 in Barcelona gedruckt. Es kann als das „Standardwerk“ zur franziskanischen Missionsgeschichte im 19. Jahrhundert im bolivianischen Tiefland gesehen werden. Da es in Spanien gedruckt wurde, erfuhr es in Bolivien eine relativ geringe Verbreitung. In einzelnen Missionsstationen liegen heute noch händische Abschriften auf. |