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Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 7 Hypertexte
 up 7.4 Getraud Sanin: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Josè Cardús und die Franziskanermissionen in Guarayos (Bolivien), 1883 – 1921.
 up 7.4.1 Die Missionen von Guarayos bis um 1880

7.4.1.2 Das Missionskolleg Tarata

Das Missionskolleg Tarata, das im Valle von Cliza (Provinz Cochabamba) liegt, wurde am 20. November 1792 offiziell gegründet.


Tarata im Morgengrauen

Der Gründung waren mehrere Bittgesuche des Bischofs der Diözese Santa Cruz, Alejandro José de Ochoa, an den „Consejo de los Indias“ vorausgegangen. Dieser erhoffte sich nämlich dadurch eine personelle Unterstützung in seiner Diözese. Die Jesuiten, die in Bolivien in Mojos (heutiges Departamento Beni) und in Chiquitos Zentren hatten, waren im Jahre 1767 ausgewiesen worden. Seither konnte das Gebiet nur unzureichend mit Weltgeistlichen versorgt werden. Auch lebten im Tiefland noch viele „unberührte“ Stämme.

Das ehemalige Missionskolleg von Tarata

Die Errichtung des Missionskollegs Tarata zog sich aber über Jahre hin. Nachdem Personal in Europa angeworben worden war, wurde im Jahre 1796 in einem improvisierten Hospiz mit dem klösterlichen Leben begonnen. Erst im Jahre 1801 konnten die Kollegsmitglieder ins neu errichtete Kolleg nach Tarata ziehen.

Das Missionskolleg Tarata wirkte in der Missionierung indigener Stämme (Yuracarees, Guarayos) im Tiefland, ebenso im Apostolat unter den Gläubigen (in Tarata, Cochabamba, Santa Cruz – wobei in den beiden letztgenannten Städten Hospize gegründet wurden). Ab den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Zielsetzungen sowie die Führung des Kollegs in sog. „Estatutos municipiales“ zusammengefasst. Im Jahre 1930 wurde das Missionskolleg in ein einfaches Kloster umgewandelt.

 down 7.4.1.2.1 Die Besonderheiten eines Missionskollegs
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