Das Missionskolleg Tarata, das im Valle von Cliza (Provinz Cochabamba) liegt, wurde am 20. November 1792 offiziell gegründet.
Der Gründung waren mehrere Bittgesuche des Bischofs der Diözese Santa Cruz, Alejandro José de Ochoa, an den „Consejo de los Indias“ vorausgegangen. Dieser erhoffte sich nämlich dadurch eine personelle Unterstützung in seiner Diözese. Die Jesuiten, die in Bolivien in Mojos (heutiges Departamento Beni) und in Chiquitos Zentren hatten, waren im Jahre 1767 ausgewiesen worden. Seither konnte das Gebiet nur unzureichend mit Weltgeistlichen versorgt werden. Auch lebten im Tiefland noch viele „unberührte“ Stämme.
Die Errichtung des Missionskollegs Tarata zog sich aber über Jahre hin. Nachdem Personal in Europa angeworben worden war, wurde im Jahre 1796 in einem improvisierten Hospiz mit dem klösterlichen Leben begonnen. Erst im Jahre 1801 konnten die Kollegsmitglieder ins neu errichtete Kolleg nach Tarata ziehen.
Das Missionskolleg Tarata wirkte in der Missionierung indigener Stämme (Yuracarees, Guarayos) im Tiefland, ebenso im Apostolat unter den Gläubigen (in Tarata, Cochabamba, Santa Cruz – wobei in den beiden letztgenannten Städten Hospize gegründet wurden). Ab den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Zielsetzungen sowie die Führung des Kollegs in sog. „Estatutos municipiales“ zusammengefasst. Im Jahre 1930 wurde das Missionskolleg in ein einfaches Kloster umgewandelt. |