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Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 7 Hypertexte
 up 7.2 Bettina Nagl: “Eso es de lo que vengo viviendo, vivir trabajando.“ Die Lebensgeschichte einer mexikanischen Frau anhand eines narrativ-biographischen Interviews, durchgeführt in Puerto Ángel, Oaxaca, Mexiko.

7.2.6 Sozialpolitische Einrichtungen, Alleinerziehende Mütter und Kinder

Durch Verbesserungen im mexikanischen Gesundheitswesen seit den 1970er Jahren hat sich die Bevölkerung innerhalb von knapp 25 Jahren verdoppelt (Nohlen/Lauth 1992: 170). Das politische System ist bis heute unfähig, die Existenz der Bevölkerung durch sozialpolitische Einrichtungen zu sichern. Deshalb sind Kinder oft die einzige Hoffnung auf Absicherung im Alter oder bei Krankheit und ein wichtiger Faktor bei der täglichen Überlebensstrategie (Braig/de Barbieri 1996: 396).


Chana und Ximena

Durch fehlende oder teure staatliche Leistungen (Transport, Gesundheitswesen, Schule etc.) steigen die täglichen Ausgaben für schulpflichtige Kinder. Besonders Alleinerziehende Frauen müssen deshalb ihre Arbeitsleistungen im Haushalt und durch das Erwirtschaften eines Familienlohnes noch weiter steigern. Durch die “Feminisierung der Verantwortung“ einer matrifokalen Kernfamilie, deren Hauptverantwortung bei der Mutter liegt, sind sie zeitlich und in ihrer Mobilität einschränkt (Braig/de Barbieri 1993: 71; Wichterich 1995: 174, 1998: 178).

Dieser Dauerstreß und die Arbeitsüberlastung machen diese Frauen besonders krankheitsanfällig und der ungeschützte soziale und ökonomische Status schwächt sie zusätzlich. 1995 wurden zirka 3,5 Millionen Haushalte in Mexiko von einer alleinstehenden Frau mit kleinen Kindern geführt (Cruz 1999: 44).

 down 7.2.6.1 Informelle Tätigkeiten
 down 7.2.6.2 Lebensmittel und Trinkwasser
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