Durch Verbesserungen im mexikanischen Gesundheitswesen seit den 1970er Jahren hat sich die Bevölkerung innerhalb von knapp 25 Jahren verdoppelt (Nohlen/Lauth 1992: 170). Das politische System ist bis heute unfähig, die Existenz der Bevölkerung durch sozialpolitische Einrichtungen zu sichern. Deshalb sind Kinder oft die einzige Hoffnung auf Absicherung im Alter oder bei Krankheit und ein wichtiger Faktor bei der täglichen Überlebensstrategie (Braig/de Barbieri 1996: 396).
Durch fehlende oder teure staatliche Leistungen (Transport, Gesundheitswesen, Schule etc.) steigen die täglichen Ausgaben für schulpflichtige Kinder. Besonders Alleinerziehende Frauen müssen deshalb ihre Arbeitsleistungen im Haushalt und durch das Erwirtschaften eines Familienlohnes noch weiter steigern. Durch die “Feminisierung der Verantwortung“ einer matrifokalen Kernfamilie, deren Hauptverantwortung bei der Mutter liegt, sind sie zeitlich und in ihrer Mobilität einschränkt (Braig/de Barbieri 1993: 71; Wichterich 1995: 174, 1998: 178).
Dieser Dauerstreß und die Arbeitsüberlastung machen diese Frauen besonders krankheitsanfällig und der ungeschützte soziale und ökonomische Status schwächt sie zusätzlich. 1995 wurden zirka 3,5 Millionen Haushalte in Mexiko von einer alleinstehenden Frau mit kleinen Kindern geführt (Cruz 1999: 44). |