Die traditionelle Autonomie der Frauen und ihr politisches Mitspracherecht auf der lokalen Ebene indigener comunidades in Oaxaca wird durch das nationalstaatliche System ignoriert. Um politisch weiter aktiv zu bleiben, mußten Frauen informelle Netzwerke entwickeln, die ihnen Einflußnahme und Macht garantieren (Stephen 1991: 88; Nader 1990: 28-33; Dürr 1996: 142):
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Durch die guelaguetza als verpflichtender zeitverschobener Austausch gleichwertiger Güter können sie „symbolischen Vorrat“ anlegen.
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Im compadrazgo-System können sie als zentral Handelnde die rituelle Verwandtschaft nach eigenem Ermessen ausdehnen und dadurch zusätzliche Hilfestellung in Anspruch nehmen.
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Der Umgang mit diesen Institutionen ist Grundlage für den gesellschaftlichen respet.
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Das Übertreten gesellschaftlicher Normen wird von den Frauen durch chismes (Tratsch) sanktioniert, die eine sozialregulative Bedeutung haben. Durch die Beherrschung der verwandtschaftlichen und rituellen Räume über diese “informellen Kontaktmöglichkeiten“ gestalten und verändern die Frauen aktiv ihren Lebensraum. Sie sind dadurch den patriarchalen Strukturen des Nationalstaates nicht ohnmächtig ausgeliefert (Nadig 1992: 136-152).
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