Innerhalb der politischen und sozialen Strukturen der comunidad formen die Familie und der Haushalt eine Grundeinheit. Wer als Mitglied betrachtet wird, hängt von den unterhaltenen Reziprozitätsbeziehungen ab, die in dieser auf Gegenseitigkeit beruhenden Gesellschaft für das Überleben jedes Einzelnen wichtig sind. Dieses dorfinterne Gleichgewicht und Sicherheitsnetz werden durch Sanktionen, gegenseitige soziale und moralische Kontrolle stabilisiert. Die kleinbäuerliche Familie ist aber trotz dieser Kooperation ihrer Mitglieder von Widersprüchen und internen Konflikten getragen, die auf dieser starren Hierarchisierung von Geschlecht und Generation basieren (z.B. Schwiegermutter/-tochter).
Das Individuum ist in dieses System durch einen “Gesellschaftsvertrag“ (Nadig 1992: 34) „eingebettet“ und kann in Krisenzeiten die Unterstützung aller Haushaltsmitglieder erwarten. Eine Voraussetzung dafür ist, keine individuellen Entscheidungen zu treffen und sich den gesellschaftlichen Regeln zu beugen (Murphy/Stepick 1991: 139). Bei Verstoß gegen diese Regeln kann ein Haushaltsmitglied vom Haushalt ausgeschlossen werden und dessen Hilfestellung verlieren (Stephen 1991: 30f.). Diese notendige Anpassung an die starren Strukturen kann einen starken emotionalen Streß hervorrufen, der durch sozialregulative Mechanismen ausgeglichen werden soll:
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Die rituelle Verwandtschaft des compadrazgo, welcher der gesamte Haushalt verpflichtet ist, kann in solchen Krisensituationen intervenieren (Murphy/Stepick 1991: 149).
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Um diese sozialen Spannungen zu lösen, werden sie durch psychosomatische, “kulturelle Krankheitsformen“ (Nadig 1992: 382) nach innen gerichtet. Sie entlasten das Individuum von äußeren Aggression und inneren Konflikten und überbrücken diese.
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