Logo
Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

Österreichisches Lateinamerika-Institut
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 7 Hypertexte
 up 7.1 Evelyne Puchegger-Ebner:
Die duale Gottheit - zum Bild des Weiblichen in Mythos und Ritus bei den Tarahumara.
 up 7.1.3 Soziale Ideale und Normen
 up 7.1.3.2 Vom Richtigen Denken

7.1.3.2.2 Ideal der Gewaltlosigkeit

Opariame beschreibt die Unfähigkeit Ärger oder Zorn zu kontrollieren - gilt als schwerer, moralischer Verstoß. Es bezeichnet Leute von aufbrausender Art, deren Benehmen zu sehr an die chabochi (Mestizen/Weissen) erinnert . Individuen mit solch einem Temperament werden oft aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Wichtig zum Verständnis dabei ist, daß die Verhaltensnorm der Tarahumara-Gesellschaft Zurückhaltung, Respekt den anderen gegenüber und Kontemplativität als Ideal ansieht. Dies grenzt sie von der Aggressivität, Respektlosigkeit, dem ungezügelten Ausagieren ihrer Sexualität und der Hyper-Aktivität des mestizischen Umfelds ab. Da die chabochi- nach Tarahumara-Mythologie - vom Teufel kommen, sind ihre Charaktereigenschaften auch nicht erstrebenswert. Das Ideal der Gewaltlosigkeit bildet die Basis für eine Abgrenzung nach aussen und ist bestimmend für die kulturelle/ethnische Identität.

Sexuelle Übertretungen (Vergewaltigung) können schwer bestraft werden - wobei für die Schwere der Bestrafung nicht die Tat als solche ausschlaggebend ist, sondern die damit einhergegangene Aggression und Imitation des mestizischen Verhaltens (vgl. Irigoyen-Rascon 1989:173).

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"