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Seit der Kolonialzeit betreiben die Tarahumara eine kombinierte Wirtschaftsform aus Ackerbau und Viehzucht (mobile farming), sowie Sammelwirtschaft, Fischfang und Jagd; via Handel mit und Lohnarbeit für die Mestizen sind die Tarahumara in die kapitalistische Marktwirtschaft eingebunden. Ihre Ökonomie in Kombination mit dem Streubesitz ermöglicht es den Tarahumara, Nahrungsmittelengpässen erfolgreich zu begegnen. Die meisten Ehepaare besitzenzahlreiche, kleine Landparzellen an relativ weit von einander entfernt liegenden Orten. Dies bietet in Fällen von Mißernten in einer Region die Möglichkeit, durch Ernteerträge in einer anderen auszugleichen.
Die Herden stellen den ökonomischen Wert seines/ihrer Besitzers/in dar, bilden seine/ihre materielle Absicherung. Sie werden nur ungern verkauft und nur in Notlagen oder für ein religiöses Fest in Wert gesetzt. Notzeiten entstehen aufgrund arider Umweltbedingungen (lange Trockenperioden, Sandstürme) und den ökologischen Auswirkungen der nationalstaatlichen Holz-Industrie.
Die kleinste ökonomische Einheit ist der Haushalt. Männer, Frauen und Kinder wirtschaften zwar gemeinsam, aber doch relativ unabhängig voneinander - diese Unabhängigkeit beruht auf der Besitzregelung der Tarahumara (vgl. Kummels 1988:103). Männlich/weibliche Arbeitsteilung gilt als gesellschaftliche Vorgabe, aber nicht als eine um jeden Preis zu erfüllende Norm. |