Die politische Annäherung zwischen Argentinien und Brasilien begann erst in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre. In der EU ist dies seit beinahe fünf Jahrzehnten der Fall.
Die Mercosurstaaten haben es bislang nicht geschafft, sich wirtschaftspolitisch dauerhaft zu stabilisieren. Sie müssen nach wie vor große Anstrengungen hinsichtlich nationaler Reformen unternehmen.
Regeln zu politischer Kooperation zwischen den Mercosurstaaten sind nicht ausreichend ausgebildet: Handelskriege finden trotz Zollunion statt; kompetitive Abwertungen ohne Konsultation anderer Mercosurmitglieder werden vorgenommen, etc. In der EU funktioniert dieses Regelwerk u.a. auf Grund seiner langen Historie besser.
Es herrscht starkes politisches Ungleichgewicht zwischen den 4 Mercosurstaaten. Die Wirtschaftsleistung Brasiliens ist 2 bis 3 Mal so groß wie jene Argentiniens. Die beiden Kleinstaaten Paraguay und Uruguay sind marginal in ihrer politischen Bedeutung. An der EWWU nehmen aktuell 13 Staaten teil. Es herrscht größere Ausgeglichenheit.
Mercosur verfügt über keine eigenen Institutionen. Der Vertrag von Asunción ist ein rein zwischenstaatliches Abkommen. Es werden keinerlei Kompetenzen an supranationale Einheiten wie Europäische Zentralbank, Europäische Kommission oder Europäisches Parlament abgegeben
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