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Stadtentwicklung in Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy und Elisabeth Hammer
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 4 Polarisation
 up 4.2 Lateinamerikanische Theorien von Zentrum und Peripherie
 up 4.2.2 Strukturalismus

4.2.2.3 Landwirtschaftliche Berufung Lateinamerikas

Die Spezialisierung Lateinamerikas auf diese Produkte, die Akzeptanz der vermeintlichen “landwirtschaftlichen Berufung Lateinamerikas” führt in die Sackgasse nachhaltiger Unterentwicklung. Ein derartiges statisches Verständnis von Standortvorteilen zementiert somit Raumhierarchien. Der einzige Ausweg bestehe darin, eine ausgeglichenere Raumstruktur zu produzieren.

Von diesem Befund ausgehend betonten Prebisch und Singer die Notwendigkeit politischer Eingriffe. Der erstarkende nationale Machtraum und sein Hauptakteur, der Nationalstaat, hatten im Gefolge der Weltwirtschaftskrise 1929 eine Reihe von Mitteln in die Hand bekommen, in das Wirtschaftsgeschehen zu intervenieren: Wirtschaftsplanung, Kontrolle des Außenhandels, staatliche Investitionspolitik, Verstaatlichungen und wohlfahrtsstaatliche Initiativen für die städtische Bevölkerung (Jäger, Novy 2002). Dieses nationalstaatszentrierte Entwicklungsmodell setzte einen Prozess der importsubstituierenden Industrialisierung in Gang. Bis 1980 waren diese nationalen Entwicklungsanstrengungen erfolgreich, es kam durch die Industrialisierung der Peripherie zu einer gewissen Aufweichung der internationalen Arbeitsteilung.

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