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Stadtentwicklung in Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy und Elisabeth Hammer
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 4 Polarisation
 up 4.2 Lateinamerikanische Theorien von Zentrum und Peripherie
 up 4.2.2 Strukturalismus

4.2.2.1 Die Besonderheit Lateinamerikas

Der CEPAL ging es darum, das Besondere der lateinamerikanischen Entwicklung nicht bloß als Abweichung von einer Norm festzuhalten, sondern zu verstehen. Die kontextuelle Analyse unterschied die lateinamerikanischen Erklärungen räumlicher Polarisation von der vorherrschenden liberalen Wirtschaftstheorie (Cardoso, Faletto 1976: 37): Das zentrale Thema war “the distinctiveness of development paths in the periphery and the leading role of the state in an industrialization process” (Lehmann 1990: 3).

Damit hielt ein raumwissenschaftlich zentraler Gedanke Eingang in die ökonomische Theorie: gleicher technischer Fortschritt und die selbe marktwirtschaftliche Steuerung führen in verschiedenen Räumen aufgrund spezifischer sozialer Situationen zu unterschiedlichen Ergebnissen (Cardoso 1993: 38). Der jeweilige Kontext führt auch bei gleichen globalen Entwicklungen zu unterschiedlichen konkreten Ergebnissen: ungleiche Entwicklung ist Teil der Dynamik kapitalistischer Ökonomien. Raum ist in diesen Konzeptionen zentral, da es um das Wechselspiel national-international geht. Das Lokale und die Stadt, verstanden als Subnationales, fanen jedoch anfangs in diese Dialektik keinen Eingang.
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