Polarisation untersucht arm und reich nicht als separate Phänomene, sondern als verbundene. Die Beziehung zwischen reichen und armen Räumen und die daraus resultierende ungleiche Entwicklung bildet das Untersuchungsfeld. Die politische, aber auch die theoretische Diskussion zeichnet sich daher aber durch eine große begriffliche Unschärfe aus. Ein kurzer Blick in Indikatoren weltweiter Entwicklung beweist, dass es keine Automatik harmonischer und sozial-räumlich ausgeglichener Entwicklung gibt (Sutcliffe 2001). Sich verschärfende Unterschiede sind demnach normale Phänomene kapitalistischer Entwicklung, wiewohl auch Ausgleichsprozesse nicht ausgeschlossen werden können. Die Polarisationstheorie untersucht nun die Prozesse von Ausgleich und Polarisation anhand verschiedener zentraler und peripherer Räume: Sei dies innerhalb der Stadt, innerhalb der Nation oder zwischen Nationen. Immer geht es explizit oder implizit um ein Gefälle von Macht, das sich in einer räumlichen Hierarchie, die eine verfestigte soziale Beziehung darstellt, ausdrückt. |