Polarisation, bzw. Polarisierung, stellt das Gegenkonzept zum Dualismus dar. Polarisation ist ein Raumkonzept, in dem es keinen Rand ohne ein Zentrum gibt. Reiche und armen Räume sind aufeinander bezogen und es bestehen Wechselwirkungen, die von der Polarisationstheorie untersucht werden. Schon in antiken griechischen Städten waren Städte gespalten und es herrschte laut Platon Krieg zwischen der reichen und der armen Stadt:
“Any city, however small, is in fact divided into two, one the city of the poor, the other of the rich: these are at war with one another, and in either there are many smaller divisions, and you would be altogether beside the mark if you treated them all as a single state” (Platon, Republic. Cited by Hamnett, 2001: 162).
In der Tat finden sich historisch immer arme und reiche Gegenden nebeneinander, seien es Stadtteile oder Städte, Regionen oder Reiche. Mit dem Kapitalismus wird dieses Nebeneinander von Armut und Reichtum nicht erfunden, wiewohl es sich verschärft (Becker 1997). Der junge Friedrich Engels bringt schon Mitte des 19. Jahrhunderts seine Empörung zum Ausdruck, dass der Reichtum der Weltstadt London mit dem Elend der Arbeiter erkauft wurde. |