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Stadtentwicklung in Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy und Elisabeth Hammer
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 4 Polarisation
 up 4.1 Sozialräumliche Polarisierung wird produziert
 up 4.1.2 Die Produktion von Wissen

4.1.2.1 Der Aufbruch der 1950er Jahre

Politökonomische Abhängigkeit geht, so waren sich die jungen Intellektuellen Lateinamerikas nach dem 2. Weltkrieg bewusst, mit einer kulturell-intellektuellen Abhängigkeit einher, die unfähig macht, die eigene Wirklichkeit zu deuten. Theorie und Praxis sind verwoben, weshalb es keine Theorieproduktion gibt, die nicht in einem dialektischen Prozess auf die reale gesellschaftliche Entwicklung einwirkt (Kahl 1976). Die Mächtigkeit von Wissenschaft besteht daher sowohl darin die Wirklichkeit besser zu verstehen als auch mit den real stattfindenden Prozessen und sozialen und politischen Bewegungen zu verschmelzen.

Theorien werden wahr, indem Wirklichkeiten geschaffen werden. Die verschiedenen Theorien, die im Folgenden vorgestellt werden, dürfen allesamt nicht bloß als abstrakte Konstruktion von Ideen verstanden werden, sondern sie produzierten mit ihrem Denken eine Wirklichkeit, die den Menschen Gestaltungsräume eröffnete, aber auch versperrte. Das lateinamerikanische Zentrum-Peripherie-Modell zum Beispiel produzierte, indem es von den importierten Wirtschaftstheorien abwich, eine andere Wirklichkeit, nämlich Jahrzehnte zunehmender Eigenständigkeit vor Ort.

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