Bis jetzt wurden räumliche Polarisationsprozesse auf nicht-städtischer Ebene dargestellt. Diese Theorien sind aber für das Verständnis der Dynamik städtischer Polarisation aus einer Reihe von Gründen wichtig. Zum einen gewinnen Städte eine Größe als Agglomerationsraum, die mehr an Regionen denn an klassische, klar abgegrenzte Städte erinnert. Sie werden zu einem lokalen bzw. regionalen Akkumulationsraum. Zum anderen sind bestimmte Dynamiken auf anderen räumlichen Ebene für die städtische Entwicklung relevant. Seit den 1990er Jahren wurde städtische Polarisierung erneut zu einem wichtigen politischen Thema. Das Lokale gewann als räumliche Ebenen gegenüber anderen Ebenen wie dem Nationalen und Regionalen an Bedeutung (Novy 2002: Kap.8).
Siehe Borsdorf, Jäger ,Novy
Städtische Polarisierung konzeptualisiert den Zusammenhang von Raum und Macht innerhalb von Städten. Genauso wie in den lateinamerikanischen Zentrum-Peripherie-Modellen und der Polarisationstheorie der Zentren resultiert die Raumhierarchie aus einem Machtgefälle. Die städtischen Theorien sozialräulicher Polarisierung betonen allesamt die Dominanz von Strukturen. Aufgrund dieses strukturalistischen Überhangs bleiben die warhgenommenen Handlungs- und Gestaltungsräume von Einzelnen und Organisationen äußerst beschränkt, bzw. sind gar nicht vorhanden.
http://www.derive.at/archiv/deriveNo4/Jaeger_Polarisierung.htm |