| Ringvorlesung und Seminar verfolgen eine Mehrebenenbetrachtung durch horizontale Vernetzung (der unterschiedlichen disziplinären Zugänge) und vertikale Vernetzung (der unterschiedlichen räumlichen Maßstäbe einerseits, von Theorie und Praxis andererseits) (siehe Parnreiter, Novy).
Die horizontale Vernetzung ergibt sich aus dem gewählten Zugang, der für die Ringvorlesung multidisziplinär und für das Seminar inter- und transdisziplinär ist. Die Multidisziplinarität der Ringvorlesung folgt aus dem jeweils spezifischen Zugang der einzelnen Vortragenden, die Inter- bzw. Transdisziplinarität des Seminars aus dem methodischen und theoretischen Pluralismus der Lehrgangsleiter.
Die vertikale Vernetzung ergibt sich zum einen aus der Einbettung der Stadt in einen größeren Kontext (Hinterland, Nation, Welt). Diese Mehrebenenanalyse von lokal-regional-national-global wendet sich gegen vorschnelle Vereinfachungen (“alles ist global bestimmt”, “das Lokale ist immer besser als das Nationale”). Zum anderen erfolgt die vertikale Vernetzung durch eine Rückkoppelung von Theorie(n) und Lebenspraxis. Diese solle einerseits vermitteln, dass Aussagen über Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft immer von theoretischen (Vor)urteilen abhängen und damit der modischen Theoriefeindlichkeit entgegenwirken. Zum anderen soll sie der Dogmenbildung entgegenwirken, indem die theoretischen Modelle einer praktischen Prüfung ausgesetzt werden.
Insgesamt zielt die Mehrebenenbetrachtung darauf ab, dass die Studierenden lernen, vernetzt zu denken und zu erkennen, wie das Lokale mit nationalen und globalen Prozessen verwoben ist und wie konkrete Lebenswelten mit strukturellen Entwicklungen verbunden sind. |