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Stadtentwicklung in Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy und Elisabeth Hammer
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 6 Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung

6.9 Handlungsspielräume für Stadtpolitik: einige konzeptionelle Überlegungen

Joachim Becker (Wirtschaftsuniversität Wien) joachim.becker@wu-wien.ac.at

28.11.2002:

Der Vortrag begann mit der Darstellung unterschiedlicher theoretischer Anstrengungen, um den gegenwärtig stattfindenden Transformationsprozess und dessen Auswirkungen auf die Stadtpolitik zu verstehen. Becker stellte die Global-City-These einerseits und die Regulationstheorie andererseits vor. Beide gehen davon aus, dass sich die politökonomische Nachkriegsordnung, die auf dem Fordismus und einer nationalstaatszentrierten Entwicklung basierte, in der Krise befindet. Beide betonen die Entstehung einer neuen räumlichen Ordnung, in der die Stadt einen wichtigen Platz einnimmt. Becker stellte das Naheverhältnis von Global-City-These und Weltsystemansatz heraus, die beide ursprünglich vor allem im angelsächsischen Raum Verbreitung fanden, und betont, dass die Stadt demnach einzig als Produkt mächtiger Kapitalinteressen zu verstehen ist. Deshalb fehlt der Akteursbezug und vorhandene Handlungsspielräume auf verschiedenen Ebenen werden unterschätzt. In bestimmten Spielarten, insbes. von Borja und Castells, wird dieser Ansatz auf die bestmögliche Partizipation am Standortwettbewerb reduziert. Die Regulationstheorie hingegen ist aufgrund ihrer dialektischen Analyse von Akkumulation und Regulation und von Theorie und Politik besser geeignet, Handlungsperspektiven aufzuzeigen, ohne strukturelle Zwänge aus den Augen zu verlieren. Die Regulationstheorie betont die Ähnlichkeit der gegenwärtigen liberalen Regulation mit derjenigen des 19. Jahrhunderts. Auch stadtpolitisch sind hierbei Ähnlichkeiten zu beobachten. Die gegenwärtige Regulation ist daher weder neu noch modern. Progressive Möglichkeiten ruhen vor allen in einer Mehrebenenpolitik, die lokale und nationale Strategien mit den Räumen verbindet, die die internationale Entwicklung anbietet oder öffnet. Anhand von Porto Alegre und Montevideo zeigte Becker die Möglichkeiten progressiver Stadtpolitik auf (vgl. hierzu

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