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Stadtentwicklung in Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy und Elisabeth Hammer
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 4 Polarisation
 up 4.5 Raum, Macht und Staat

4.5.5 Dialektisch denken lernen

Die vorangegangenen Ausführungen machten klar, dass sozialräumliche Polarisierung gemacht wird. Hierbei werden sowohl ideele als auch materielle Wirklichkeiten produziert. Theorien produzieren genauso bestimmte Realitäten wie reale politökonomische Prozesse von Produktion, Handel, Konsum und politischer Machtausübung. Das komplexe Zusammenspiel dieser vielfältigen Prozesse erforderte eine interdisziplinäre Analyse dieses vielschichtigen Ganzen, dessen Teilen sich nicht harmonisch zusammenfügen, sondern auf widerstreitende Entfaltung hinzielen. Die ständige Transformation der Städte, die von ihren BewohnerInnen tagtäglich vorgenommen wird, erfordert einen Theorie, die ebenfalls in Bewegung ist. Deshalb ist eine mechanische Analyse genauso irreführend wie eine dualistische.

Einzig durch die Dialektik ist Bewegung in den Griff zu bekommen (Woods, Grant 2002). Auch die Analyse sozialräumlicher Polarisierung erfordert daher, dass wir wieder lernen, politökonomische Entwicklungen als das Ineinandergreifen von Macht und Raum zu verstehen. Erst diese Einsicht in die Dialektik von Entwicklungsprozessen schafft eine Form von Wissen, das Wirklichkeit gestalten hilft.

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