Bezogen auf Polarisierung unterscheidet Sassen (2000: 77) drei Dimensionen:
1. die wachsende Ungleichheit von Gewinn- und Verdienstmöglichkeiten nach Branchen,
2. die Tendenz zur Polarisation in der Organisation des Dienstleistungssektors
3. die damit verbundene erhöhte Unsicherheit und schließlich urbane Marginalisierung.
All diese Phänomene sind in der Tat gegenwärtig in Städten zu beobachten. Ihre Ursache dürfte aber wesentlich in der Schwächung des nationalstaatlichen Wohlfahrtsstaates liegen (Musterd, Ostendorf 1998, Jäger et al. 2001). Der Abbau eines universalistischen Wohlfahrtsstaats ermöglicht, dass sich Segration, Polarisation und Fragmentierung auf vielschichtige und komplexe Weise reproduzieren und verschärfen. So erlaubt der Abbau von Mietrechtsregelungen, dass die Logik des Bodenmarktes Segregation produziert. Deshalb sind die städtischen Desintegrationsprozesse in Städten wie Wien auch deutlich geringer als in England oder Lateinamerika, wo die Demontage entweder radikaler oder der Wohlfahrtsstaat nur rudimentär ausgebaut war. |