Die These von der Glokalisierung leistet “einen Beitrag zu einer partiellen Auflösung des national definierten Raumes” (Sassen 2000: 183). Die Regierungen, einstmals Machthaber über ihre Nation, seien demnach nicht mehr vorrangig ihrer Bevölkerung, sondern den internationalen Finanzmärkten Rechenschaft schuldig (Sassen 2000: 137f). Ein durch die Finanzmärkte produzierter globaler Verflechtungsraum wird vorherrschend. Die Städte können nun als Knotenpunkte im Verflechtungsraum eine Aufwertung ihrer Stellung erhoffen. Sie sind damit neben dem Globalen die relevanten Ebene, auf denen noch gehandelt werden kann. Das Nationale, und damit Politik, Demokratie und territoriale Selbstbestimmung werden hingegen ausgeblendet. Die These von der sozial polarisierten Stadt soll dem politischen Zweck dienen, Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung bloßzustellen (Hamnett 2001: 168). Gleichzeitig trägt sie zur Verbreiterung der Behauptung bei, derzufolge “Globalisierung ... nationales Territorium denationalisiert” (Sassen 2000: 22), eine Behauptung, die von Sassen (1999: 167) selber relativiert wird. Hoffnung vermittelt aber nicht eine erneute wirtschaftspolitische Steuerungsfähigkeit, sondern vor allem die Vorstellung einer Zukunft multikultureller, transnationaler Identitäten (Sassen 2000: 27). |