Global Cities sind bedeutsame Weltstädte, die zu Knoten im globalen ökonomischen Verflechtungsraum geworden sind. Es sind die Global Cities, welche durch ihre Kontrollfunktion die Integration von nationaler Territorien in die Weltwirtschaft gewährleisten. Die Theorie der Global Cities weist ein Naheverhältnis zum Weltsystemansatz auf und sieht den gegenwärtigen Transformationsprozess als Glokalisierung. Wirtschaftspolitisch entscheidend ist die Mobilisierung von Ressourcen im Schlüsselbereich der Produzentendienstleistungen, worunter Finanzdienste genauso fallen wie Rechts- und Wirtschaftsberatung (Sassen 1991).
Die Global City-These von Friedmann (1986) und Sassen (1991) ist im Laufe der 1990er Jahre insbesondere unter StadtpolitikerInnen auf großes Interesse gestoßen, jedoch nicht ohne Kritik geblieben (Becker et al. 2001, Hamnett 2001: 165, Novy i.D., Smith 2001).
Diese stark von SoziologInnen, insbesondere Manuel Castells und Saskia Sassen, vertretene Theorie leidet unter dem Fehlen einer ökonomischen Analyse. Deshalb wird Globalisierung, bzw. Glokalisierung als eine neue Form der Entfaltung der Kapitallogik bzw. als ein technologischer Selbstlauf missverstanden. Dies geht Hand in Hand mit einer Vorstellung von Macht als etwas Abgehobenem, auf das Menschen keinen direkten Handlungszugriff haben.
In den Worten von Saskia Sassen (2000: 135): “Die Darstellung der globalen Ökonomie ist eine strategische Geschichte, also eine Geschichte über Macht, und nicht etwas, das den Großteil der Menschen unmittelbar betrifft.” Macht ist demnach gleich Herrschaft, Ermächtigung als einen kollektiven Prozess, mit dem erweiterte Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden, gibt es nicht (Novy 2002: Kap.12). |