Der Begriff Glokalisierung ist eine Wortschöpfung, der Globalisierung und Lokalisierung verbindet. Mit diesem Begriff wird versucht, den gegenwärtigen Transformationsprozess als ein Ineinandergreifen globaler und lokaler Dynamiken zu verstehen (Altvater, Mahnkopf 1996: 30): Das Lokale gewinnt an Bedeutung, weil eine Vielzahl an Orten am globalen Wettbewerb um Ressourcen teilnehmen muss. Diese Dynamiken entziehen sich den Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen. Sie müssen akzeptiert werden.
Ausgehend von Barcelona setzte sich in der Stadtpolitik eine reformerische Stadtpolitik durch, die Sachzwänge akzeptiert (MacNeill 1999, Borja, Castells 1997, zur Kritik vgl. Arantes et al. 2000). Wie dies schon bei der Neuen Wachstumstheorie analysiert wurde, akzeptiert diese sozialliberale Theorie vermeintliche globale ökonomische (Stichwort: Finanzmärkte), und technologische Sachzwänge (Stichwort: neue Informations- und Kommunikationstechnologien). Globale Zwänge eröffnen jedoch, so die These, vor Ort bestimmte Handlungsspielräume, um von diesen globalen Veränderungen profitieren zu können. Dabei handle es sich allesamt um Formen des Standortwettbewerbs. |