Glokalisierung und Global City sind Schlüsselbegriffe eines einflussreichen Paradigmas zur Erklärung der Rolle der Städte im gegenwärtigen Transformationsprozess.
Manuel Castells ist einer der Vordenker dieses Paradigmas. Er beschreibt die neue Weltordnung als eine Netzwerkgesellschaft: “Our societies are increasingly structured around a bipolar opposition between the Net and the Self” (Castells 1996: 3). Der selbe Castells, der kaum 20 Jahre davor Machtbeziehungen und Klassenkampf ins Zentrum seiner Überlegungen stellte (Castells 1978: 174), sieht nun die Weltentwicklung durch einen technologischen Determinismus bestimmt. Macht wird ausgeblendet. Geschichte wird auf einen linearen Prozess der Produktivkraftentwicklung reduziert.
Die neuen Kommunikationsmedien produzieren einen einheitlichen Weltraum, in dem die Individuen als Monaden sich zu bewegen haben. Es ist der Beginn eines “New Age”, “the information age, marked by the autonomy of culture vis-a vis the material bases of our existence” (Castells 1996: 478). Unter den Bewunderern dieses Anatzes findet sich herausragende Denker wie Brasiliens Präsident Fernando Henrique Cardoso, der Soziologie des “Dritten Weges” Anthony Giddens und Alain Touraine. Alle drei waren in den 1990er Jahren Vordenker für die sozialliberale Wende der Linken (Novy 2002: Kap. 11). In Weiterführung dieses Bildes eines globalen Verflechtungsraums stellen auch Städte Knoten dar.
Siehe Becker. |