Zusammenfassend kann ein massives handlungstheoretisches Defizit der Theorien sozialräumlicher Polarisierung festgehalten werden. Einzig eine politökonomische Analyse bettet den Markt in einen größeren Zusammenhang ein und sieht die Stadt als ein soziales Verhältnis, als ein von Menschen produzierter Raum. In dieser dialektischen Vorgehenweise wird das Wechselspiel von bestimmten räumlichen Erscheinungen und sozialen Institutionen untersucht. Neben dem Bodenmarkt sind die institutionelle Bodenordnung (Flächenwidmungen etc.), das Mietrecht, die Form des Wohlfahrtsstaates und die Einkommensverteilung weitere wichtige Institutionen zum Verständnis städtischer Entwicklungen. Veränderungen in diesem Umfeld des Bodenmarktes wirken direkt auf diesen zurück. Polarisationsprozesse können daher nur interdisziplinär betrachtet werden, indem verschiedene Institutionen, die sich in Raum und Zeit ändern, untersucht werden. Der Frage von Macht und Raum kommt deshalb eine Schlüsselrolle zu, wenn es um die politischen Implikationen von Stadtentwicklungstheorien geht. |