In der Stadt sind unterschiedliche Bodenrenten zu beobachten (vgl. Jäger). Bei der Lagerente (extensive Differentialrente) spielt die Distanz bzw. der Standort eine entscheidende Rolle. Die intensive Differentialrente spielt vor allem bei städtischen Großprojekten eine Rolle. Entwickler riskieren eine große städtische Investition und schaffen durch intensive Nutzung, was oftmals Hochhausbau bedeutet, eine zusätzliche Rente. Die Monopolrente definierte der Wiener Friedrich von Wieser im 19. Jahrhundert noch in unverblümter Sprachweise als Segregation der Reichen von der Masse des einfachen Volkes: “Die Stadtbodenrente ist jener Teil des Mietzins, der für den Vorteil der besseren Lage als Aufgeld gegeben wird. Dieses Aufgeld empfängt sein Maß von dem Grenzgebote, dessen die Grenzmieter der höheren Schichten fähig sind, die Mieter geringer Wertschätzung und Zahlkraft innerhalb dieser Schicht, die noch zugelassen werden müssen, damit das ganze Angebot des betreffenden Teilmarktes von der Nachfrage aufgenommen werden kann. Je höher man in der Reihe der Teilmärkte hinaufsteigt, desto höher wird das Aufgeld wachsen, das zum Mietzins hinzukommt ... Die Stadtrente ist damit der reinste Ausdruck des Gesetzes der Preisschichtung, der sich finden läßt” (Wieser. Zitiert Jäger 2002: 42). Die Bodenrente ist daher der Mechanismus der erlaubt, dass sich in einer Gesellschaft freier Menschen trotzdem eine nach Klassen segregierte Siedlungsstruktur herausbilden kann. |