Eine politökonomische Analyse bettet den Bodenmarkt in die Gesamtgesellschaft ein und sieht den Markt als eine historisch-geographisch spezifische Institution unter mehreren. Die Bodenrente, der Preis von Grund und Boden, ist eine spezifische Institutionalisierung der Bodenordnung und spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Die Rente ist also im gleichen Sinne ein “soziales Verhältnis” (Jäger 2001: 66) wie das Gemeinschaftseigentum indigener Völker an ihrem über Jahrhunderte genutzten Land. Als eine kapitalistische Institution ist die Bodenrente engstens mit dem Privateigentum anGrund und Boden verknüpft. Historisch spielte sie in Lateinamerika eine wichtige Rolle, um die ArbeiterInnen und Sklaven davon abzuhalten, von der Lohnarbeit in unabhängige Subsistenz- oder Hauswirtschaft auszuweichen (Smith 1990). |