Der Marxismus ist eine politökonomische Theorie, in deren Zentrum die Konzepte Dialektik und Produktion stehen.
Karl Marx erklärt die Grundrente, indem diese als in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettete historische Institution analysiert wird (Jäger 2001: 38). Sie ergibt sich aus der Auflösung der feudalen Ordnung. Es kann auch eine von der Lage und Qualität des Bodens unabhängige absolute Rente geben. Es sind dies Anrechte an der Wertschöpfung, die den Bodenbesitzenden in kapitalistischen Ordnungen zustehen, auch wenn sie nicht gesät haben. Im Übergang zum Kapitalismus kam es zur “Expropriation der Masse des Volkes von Grund und Boden. Insofern ist das Monopol des Grundeigentums eine historische Voraussetzung und bleibt fortwährende Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise” (MEW 25: 630).
Dies war auch in Lateinamerika ein wesentliches Element der Kolonisierung. Umgekehrt werden die Besitzenden zu Monopolisten (ein Anbieter kontrolliert den Markt) bzw. Oligopolisten (einige wenige Anbieter kontrollieren den Markt) am Bodenmarkt. Das kann dazu führen, dass die Löhne in Ballungsräumen erhöht werden müssen, um den ArbeiterInnen die Bezahlung der Monopolrente für Wohnen zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig einen ausreichenden (Subsistenz-)Lohn zu gewährleisten (Engels 1981). |