Gentrification ist eine spezifische Form von Segregation und Differenzierung und wird von Friedrich/Kecskes (1996: 7) mit “Aufwertung innenstadtnaher Wohngebiete” übersetzt. Es entstehe eine neue aufstrebende “urban gentry”, ein neuer urbaner Adel, der die Städte in den letzten Jahrzehnten grundlegend veränderte. Diese neue aufstrebende Mittelschicht unterscheide sich vom traditionellen Bürgertum mit dessen konservativen Vorliebe für Mittelschichtswohngegenden. Die neue dynamische Schicht will Veränderung und ist daher innovative städtische Projekte zu gewinnen, die nicht selten zur Entstehung von “islands of renewal in seas of decay” (Hamnett 2000: 332) führen. In den angelsächsischen Ländern ist schon seit Jahrzehnten beobachtbar, dass Gentrifier in heruntergekommene Wohngegenden ziehen, und so einen Prozess der Aufwertung in Gang setzen. Bei fehlendem mietrechtlichen Schutz bleibt der alteingesessenen Bevölkerung, die mit der einsetzenden Mietanhebung nicht mit kann, nichts anderes übrig als wegzuziehen. Dies verstärkt die Aufwertungstendenzen in einem kumulativ-zirkulären Prozess. |