Die Ballung von Aktivitätenbringt somit bestimmte Vorteile mit sich und schafft wirtschaftliche Strukturen. Obwohl das Leben in der Stadt kostspielig ist, wachsen die Städte weltweit. Obwohl die Produktion von Industriegütern in den Zentren der Weltwirtschaft teuer ist, verlagert sich die Produktion nur sehr langsam in Billiglohnländer. Die von den Wirtschaftswissenschaften gepredigten Segnungen der Marktwirtschaft ballen sich in manchen Räumen und belassen viele andere am Rande. Dies widerspricht den Annahmen der Freihandelstheorien. Die Theorie der externen Effekte erlaubt nun, diese Ungleichheiten, die trotz Marktwirtschaft bestehen, zu begründen: Es seien die Agglomerationsvorteile, die dafür verantwortlich sind: Wer hat, dem wird gegeben, so die alte, neue These. Weil sich die Vorteile der Infrastruktur, des Informationszugangs und der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte in den reichen Räumen ballen, siedeln Firmen trotz hoher Kosten nicht ab. Weil die Währungen Europas und der USA gegen Abwertungen und Spekulationen weitgehend gefeit sind und weil die Regierungen der Zentren ihre Industrien tatkräftig unterstützen können, verzichten Konzerne auf weitergehende Auslagerungen. Der Gewinn mag an der Peripherie potenziell vielleicht höher sein, die Unsicherheit ist es zweifellos auch. Marktwirtschaften können, dies akzeptiert die Wirtschaftswissenschaft heute, Ungleichheiten verschärfen. Polarisierung sei ein bedauerlicher, aber unvermeidbarer negativer Nebeneffekt kapitalistischer Ordnung. Es herrscht heute weitgehende Einigkeit darüber, dass der Markt räumliche Hierarchien produzieren kann. |