Die unrealistischen Gleichgewichtsvorstellungen der Neoklassik und eine Reihe ihrer unplausibler Annahmen, wie die vollkommene Information, fehlende Transportkosten und nicht-steigende Skalenerträge (zusätzlich produzierte Einheiten können nicht billiger hergestellt werden), werden durch eine realistische Vorstellung räumlicher Entwicklung ersetzt, wie dies von der Polarisationstheorie schon seit Jahrzehnten vertreten wird.
Die VertreterInnen dieser neuen Richtung begründen diesen Paradigmenwechsel folgendermaßen: “We believe that economist´s historical unwillingness to address issues of economic geography was mainly due to the sense that these issues were technically intractable. As a result, we are only mildly apologetic about the fact that our analysis depends crucially on what might perhaps best be called modeling tricks: assumptions that reflect not so much a realistic view of how the world works as a judgement about what will make the analysis of geographic issues managable without doing too much damage to the relevance of that analysis” (Fujita et al. 1999:6).
Mit neuem mathematischen Werkzeug ausgestattet ist es der Neuen Wachstumstheorie möglich, sowohl Polarisation als auch Gleichgewicht in einem Modell zu konzeptualisieren. Zentripetale Kräfte wie Verflechtungen, Marktzugang und allgemein positive externe Effekte stehen demnach zentrifugalen Kräften wie immobilen Produktionsfaktoren, Bodenrenten und allgemein negativen externen Effekte gegenüber (Fujita et al. 1999: 346). |