Bezogen auf den Raum wurde im keynesianischen Paradigma Polarisierung zu einem Schlüsselthema, das in Lehrbüchern und politischen Programmen Einzug fand. Hierbei stand nicht länger die separate Analyse von Entwickelten und Unterentwickelten im Vordergrund, sondern es ging um die Beziehung dominanter zu abhängigen Räumen. Im Mittelpunkt standen die Mechanismen, die beide Pole miteinander verbinden. Das zentrale Forschungsinteresse galt dabei der Verteilung sozioökonomischer Aktivitäten im Raum. Konzentrieren sich wirtschaftlicher Fortschritt, Industrialisierung, Infrastrukturausbau in manchen Regionen, während sich gleichzeitig Verelendung, Hunger und Mangel in anderen Regionen ballen? Was sind die Strukturen, die die Gleichverteilung im Raum und damit den Ausgleich von Lebensbedingungen fördern und welche Kräfte produzieren eine Polarisierung, die dazu führt, dass “die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher” werden? Die Polarisationstheorie versucht zu verstehen, warum und wie die Entwicklung des Zentrums mit den Problemen an der Peripherie zusammenhängt. Sie entstand als Gegenkonzept zur Neoklassik, welche den automatischen Ausgleich von Unterschieden behauptete. |