In einer mechanischen Sichtweise von Abhängigkeit wird die “Entwicklung der Unterentwicklung” (Frank 1969) als ein zwangsläufiger Prozess angesehen. Der Kapitalismus tendiere somit wesensmäßig zur Stagnation, zur Verelendung der Massen und in Lateinamerika darüber hinaus zu Diktaturen (Lehmann 1990). Dieser Ansatz bildete die Grundlage revolutionärer Praxis, die den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus als einen Kampf des Alten gegen das Neue verstand. Diese beiden Politikmodelle werden ebenso als dualistisch konzipiert wie die zugrundeliegenden politökonomischen Strukturen. Die Zuspitzung auf ein Entweder-oder versperrt den Blick für kontextgebundenes, strukturtransformierendes Handeln. |