Auch wenn ich nur sechs der ca. 15.000 in Wien lebenden LateinamerikanerInnen interviewt habe, so waren die Ergebnisse doch sehr heterogen und es lassen sich Tendenzen herauslesen, die möglicherweise auch für den Rest der LateinamerikanerInnen in Wien gelten. Ob und in welchem Rahmen, z.B. der eigene Nationalfeiertag begangen wird, hängt nicht zuletzt von der persönlichen Einstellung des einzelnen ab. Dasselbe gilt auch für die Pflege anderer Bräuche und Traditionen.
Ausgehend vom Seminartitel „Kultur, Raum, Landschaft. Zur Bedeutung des Raums in Zeiten der Globalität“ wurde mir im Zuge der Ausarbeitung der Interviews bewusst, dass Globalisierung oft nur unter dem wirtschaftlichen Aspekt betrachtet und behandelt wird. Im Fall „LateinamerikanerInnen in Wien“ standen für mich die sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen und Folgen der viel zitierten Globalisierung im Vordergrund. Zählen nicht einerseits die Bewusstmachung und Bewahrung der eigenen kulturellen Identität und Muttersprache und andererseits das Erkennen der Vielfalt unterschiedlicher Kulturen zu den Vorteilen der Globalisierung? |