1960 wurde Pablo Amaringo wiederholt von seinem Vater geheilt. Diesmal war er am Herzen erkrankt. Den Eingriff verarbeitete Amaringo später auch als Vision in einen seiner Gemälde (Vision 28: „Spiritual Heart Operation“ in Luna / Amaringo 1991:103). Doch erst als er zum dritten mal schwer erkrankte und ohne die Hilfe eines anderen vegetalista, Don Pascual Pichiri, vermutlich nicht überlebt hätte, wurde Pablo Amaringo von der Realität der magisch-religiösen Welt seiner Vorfahren überzeugt. Damals beschoss ihn ein Hexer mit einem virote (magischer Pfeil), weil Amaringo ihn nicht besuchte als er an seinem Haus vorbei ging. In der Nacht wurde er von Fieberschüben heimgesucht und hatte Halluzinationen. Schließlich brachte ihn sein Bruder zu Don Pascual Pichiri, der den virote während einer Heilzeremonie aus dem Körper des Patienten heraussog. In Folge dessen begann Pablo Amaringo mit seinem Vater, seinem Bruder und Don Pascual Pichiri regelmäßig Ayahuasca einzunehmen. Beide vegetalista lernten ihm, wie mittels der verschiedenen icaros Visionen hervorgerufen werden und was sie bedeuteten.
Seine erste Erfahrung als vegetalista machte Amaringo 1969 als seine Schwester schwer an Hepatitis erkrankte und er von einer curandera angehalten wurde, die eigene Schwester zu heilen. Noch immer der eigenen Heilkräfte gegenüber sehr skeptisch eingestellt, folgte er schließlich den Anweisungen der Heilerin und führte die Patientin zur Gesundheit zurück. Daraufhin, von 1970 bis 1976, reiste Amaringo als vegetalista durch das gesamte peruanische Amazonasgebiet. Sein Leben bestritt er aus den vielen Geschenken, die er als erfolgreicher Heiler bekam, obwohl er selber sagt, niemals eine Bezahlung für seine Tätigkeit verlangt zu haben. Während seiner Zeremonien als vegetalista wendete er verschiedenen therapeutische Maßnahmen an wie beispielsweise das Nutzen von Heilpflanzen, Saugtechniken, Wassertherapien, Massagen, Seelenreisen innerhalb des Körpers oder solcher zum Zurückholen der Seele von PatientInnen. Die während seiner Zeit als Heiler hervorgerufenen Visionen durch Ayahuasca ließen ihn weite Reisen zu weitentfernten Orten, vergangenen Hochkulturen und außerirdischen Zivilisationen unternehmen (Luna / Amaringo 1991:23-28). |