Logo
Kultur, Raum, Landschaft. Fachseminar SS 2003 - Elke Mader und Ernst Halbmayer
 
Studierende des Interdisziplinären Lehrgangs für Höhere Lateinamerika Studien
Österreichisches Lateinamerika-Institut
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 4 Vienalatina - Lateinamerikanische Räume in Wien
 up 4.2 Capoeira in Wien - Veronika Mayr
 up 4.2.2 Capoeira in Wien
 up 4.2.2.3 Ergebnisse

4.2.2.3.1 Der Zugang zu Capoeira

Professor A

„Ich habe mit Capoeira angefangen, weil ich es sehr schön gefunden habe, ich habe es auf der Strasse gesehen. Ich habe Kontakt bekommen über meinen Halbbruder, der hat Capoeira gemacht und hat mir immer was vorgezeigt. Und das erste Mal habe ich einen Capoeirakreis auf der Strasse gesehen und habe ihn sehr schön gefunden, aber auch sehr gefährlich,...“„Ich war zwischen 16 und 17 und ich habe Capoeira angefangen wegen dem Kampf. Weil ich habe nicht genau gewusst was Capoeira war, ich war jung, ich habe nur gewusst, dass es die Sklaven entwickelten und dass es ein Kampf ist. Ich habe es gesehen und wollte es lernen. Alles zusammen, auch die Musik [...] Ich habe auf der Strasse angefangen und habe einen Capoeiralehrer kennen gelernt und ich bin in die Schule gegangen. Ich habe lang lang trainiert.“

Professor B

„Ich mache Capoeira seit 8 Jahren. Ich habe auch Judo gemacht, das auch sehr intensiv ist. Aber Als ich Capoeira gesehen habe war es - ah, maravilla. So habe ich mit Capoeira angefangen. Jeden Tag eine neue Sache, in der Musik, in der Kreativität. So habe ich mich Capoeira hingegeben.“

Brasilianischer Capoeirista

„In Brasilien war Capoeira nur Sport. Alle meine Freunde machten Capoeira. Wir bekämpften uns oft auf der Strasse.“

Österreichische Capoeirista A

„Ich habe das erste Mal in Mexiko mit Capoeira Kontakt gehabt. Und zwar hat eine Freundin von mir gesagt: Ich mache Capoeira; da gibt’s einen Brasilianer, der gibt Unterricht. Da bin ich das erste Mal damit in Kontakt gekommen und habe eigentlich überhaupt nicht gewusst, was das ist. Also ich bin voll ins kalte Wasser gesprungen, habe das erste Mal Capoeira mitgemacht und habe mich überhaupt nicht ausgekannt, was das ist und so. Erst im Laufe der Zeit bin ich draufgekommen, was Capoeira ist. Das es von den Sklaven mitgebracht worden ist von Afrika. Zuerst war es Sport eigentlich, also Bewegung mit Musik, ein bissl Tanz. Und dann wie ich die Bedeutung eben verstanden habe, hat es einen anderen Sinn bekommen, also über Sport hinaus. Afrikaner, Sklaven haben früher versucht ihre Kultur aufrecht zu erhalten, sich über Capoeira gegen die Sklavengesellschaft zu wehren und eigenständig eine Kultur aufzubauen.“

Österreichische Capoeirista B

„Eigentlich wollte ich ja einen Tanzkurs über die USI [Universitätssportinstitut] machen. Dann habe ich aber im Programm gesehen, dass es Capoeira gibt und von Capoeira habe ich schon von einem Freund gehört, der bei einer anderen Gruppe trainiert - der hat mir das schon mal bei mir zu Hause gezeigt. Ich habe mir gedacht, gut, gehst hin, schau´s dir mal an. [...] und dann habe ich echt 15 Minuten zugeschaut und war so begeistert - echt, das war unglaublich.“„Im habe im Oktober angefangen, Oktober 2002. Ja, und seitdem bin ich halt ein bissl süchtig geworden. Und vor allem nach diesem einen Dezember-Workshop, wo ich das richtig kennen gelernt hab. Da gab´s Musik, die Leute und die ganze Atmosphäre dabei und da bin ich endgültig süchtig geworden und bin in den Verein gegangen.“

Diskussion Zugang zu Capoeira

Die Brasilianer sind mit Capoeira auf der Strasse in Kontakt gekommen, weil sie es dort gesehen haben. Zum Teil haben sie es erst „entdecken“ müssen, zum Teil hat es zum alltäglichen Leben und Straßenbild gehört. Die beiden Österreicherinnen haben Capoeira in Ländern ausserhalb des Ursprungslandes kennen gelernt – und zwar in den geschlossenen Räumlichkeiten der Universität.

Es zwar nicht allen von Anfang an klar, was Capoeira eigentlich für einen Hintergrund hat. In Brasilien ist es jedoch offensichtlicher, dass Capoeira etwas mit Sklavenkultur und Kampf zu tun hat - sowohl schön als auch gefährlich ist - in Österreich war anfangs selbst dieser Aspekt nicht bekannt.

Für die Interviewten beider Länder ist der (Ursprungs-)Zugang zu Capoeira ein sportlicher. Alle waren sofort hell auf begeistert, haben sich hingegeben, wurden süchtig. Die Vielfältigkeit der Capoeira – Musik, Kampf, Tanz, Kreativität, jeden Tag etwas Neues zu lernen, die Atmosphäre – scheint von Anfang an reizvoll gewesen zu sein.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"