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Kultur, Raum, Landschaft. Fachseminar SS 2003 - Elke Mader und Ernst Halbmayer
 
Studierende des Interdisziplinären Lehrgangs für Höhere Lateinamerika Studien
Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 2 Weltbild, Mythos und Schamanismus
 up 2.1 Schamanische Visionen und Malerei im Amazonasgebiet - Franziska Schmidtkunz
 up 2.1.3 Visionserfahrungen

2.1.3.2 Ayahuasca

Die „Ranke der Seele“ – Ayahuasca/Yajé – ist eine bewusstseinserweiternde Pflanzenmischung, dessen Hauptbestandteil, neben weiteren pflanzlichen Essenzen, aus der Rinde des Banisteri-opsis caapi gewonnen wird. Unter dem Einfluss dieses Halluzinogens, so die Überzeugung, löst sich die Seele vom Körper und ist nun fähig in andere Welten vorzudringen (Luna / Amaringo 1991:12; www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2001/ladurne/vortrag.htm).

Den „Pflanzen der Macht“, insbesondere Ayahuasca, kommt als Kommunikationsmittel im curanderismo (schamanische Heilpraktiken) eine große Bedeutung zu: „Con el rey de los vegetales se aprende la ciencia vegetal. Se le presenta una persona con corona y bien pintado, con una pluma por la nariz. Es el dueño de los vegetales. Ese le indice cuáles son las plantas medicinales y para qué enfermedades son. Nosotros estudiamos por medio del yajé, los médicos es por los libros.” (Martín Agreda, Camentsá Schamane zit. in Urrea / Zapata 1995:199).

Das Wissen der pflanzlichen Geister (oder Seelen) überträgt sich letztlich während einer Ayahu-asca-Sitzung auf die SchamanInnen, die daraufhin bestimmte, ihnen von den pflanzlichen Kräf-ten empfohlene Heilmethoden einsetzen.

Im vegetalismo nehmen die icaros (Gesänge) eine bedeutsame Stellung in dieser Wissensübertragung ein. Sie stammen von den halluzinogenen Pflanzen und verkörpern die Kraft der Scha-manInnen: durch die icaros spricht das spirituelle pflanzliche Wissen. Das Singen wird – wie der Schamanismus selbst – als Gipfel des menschlichen Entwicklungspotentials angesehen, wie das folgende Zitat im übertragenen Sinn aussagt: „Der Mann ist wie ein Baum. Unter günstigen Umständen bekommt er Äste. Die Äste sind die icaros.“ (Vitebsky 1996:78).

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