Die Einnahme von Halluzinogenen ruft Visionen hervor. Diese durch die Einnahme von psychotropischen Pflanzen ausgelöste visionsartige Wirkung wird im peruanischen Amazonasgebiet mit dem Begriff mareación bezeichnet (Luna / Amaringo 1991:72). Chaumeil hat unter den Yagua festgestellt, dass es eine Korrelation zwischen der Komposition des eingenommenen Gebräus und der Produktion von Visionen gibt – so wird jedem Halluzinogen ein bestimmter Typ von Vision zugeschrieben, welcher durch das Hinzufügen anderer Produkte wie z.B. zusätzlicher pflanzlicher Essenzen, Kampfer oder auch neuartiger Waren wie Kerosin, Benzin oder Einreibemittel veränderbar ist (Chaumeil 1998:132).
Die unter dem Einfluss pflanzlicher Drogen hervorgerufenen Visionen müssen nicht auf die lokale Umgebung beschränkt sein. So zeigten sich Amaringo in seinen Visionen weit entfernte Orte (Babylonien, Ägypten, Persien, Indien), alte Kulturen (Mexiko), außerirdische Zivilisationen und exotische Schriften. In seinen Visionen war er zudem fähig, jedwede Sprache selbst zu sprechen als auch die Sprache der Pflanzen und Tiere zu verstehen (Luna / Amaringo 1991:28, 30). |