Zentral war, dass die Stadtregierung, entgegen den anfänglichen Vorschlägen von Lokalinitiativen, insbesondere der UAMPA, die die ausschließliche Beteiligung organisierter Gruppen verlangt hatten, allen wahlberechtigten StaatsbürgerInnen die Teilnahme am OP ermöglichte (Abers 2000: 148ff). Die wachsende Zahl an TeilnehmerInnen konnte die Akzeptanz des demokratischen Entscheidungsgremiums seitens der BürgerInnen eindrucksvoll belegen. Von anfänglich 790 TeilnehmerInnen stieg deren Zahl kontinuierlich auf 16612 (vgl. Abbildung 1).
Im Folgenden soll nun auf Studien bezüglich der TeilnehmerInnen eingegangen und im Hinblick auf die Einkommensstruktur und die Geschlechterverteilung analysiert werden.
Da die typische Mittelklassefamilie Porto Alegres ca. 10 Mindestlöhne verdient, ist anhand die-ser Statistik erkennbar, dass im Speziellen auf der direktdemokratischen Ebene die ärmste Be-völkerung besonders stark vertreten ist, aber selbst im höchsten Gremium, dem COP immer noch stärker vertreten ist, als ihr Anteil an der Bevölkerung der Stadt (Marquetti 2000: 5f). Daran wird deutlich ersichtlich, dass die abgetretene Macht tatsächlich hauptsächlich in die Hände der sozial benachteiligten Bevölkerung gelangen konnte.
Auch was den Anteil der Teilnehmerinnen betrifft, kann auf eine positive Entwicklung verwiesen werden, da er im Jahr 2000 zum ersten Mal höher als der weibliche Anteil der Gesamtbevölkerung war. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei den TeilnehmerInnen tatsächlich um die vorher vom öffentlichen Leben ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen handelt, die nun den Machtgewinn verzeichnen können (Leubolt 2003: 51f). |