Der Schamanismus als traditionelles System zur Behandlung von Glück und Unglück basiert auf einer spezifisch-kulturellen Konzeption der Welt und des Menschen. Für sein Verständnis braucht es zugleich eine Analyse der Repräsentationslogik als auch der Handlungslogik. Dem Amt der SchamanInnen als ProtagonistInnen jedweder schamanischer Aktivität kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu (Perrin 1995:1). Denn diese stehen mittels eines veränderten Bewusst-seinszustandes (Trance) im direkten Kontakt mit der spirituellen Welt und ihren guten und bösen geistigen Kräften (Baer / Snell 1974:65).
In diesem Beitrag soll der Frage nach der Bedeutung von Raum und Landschaft im schamanischen Bewusstsein nachgegangen werden. Von welchen „Räumen“ kann man in diesem Kontext sprechen? Wie werden schamanische Landschaften dargestellt? Inwiefern vernetzen und verbinden sich die beiden Elemente des Raumes und der Landschaft im schamanischen Bewusstsein? Und auf welche Weise kommen im Schamanismus Auswirkungen der Globalisierung zum Tragen?
Im Konkreten werde ich diesen Fragen anhand einer Analyse der durch die Einnahme von Ayahuasca hervorgerufenen Visionen nachgehen und mich dabei auf den ehemaligen vegetalista und heutigen Maler Pablo Amaringo beziehen. Amaringo ist der Begründer der in Pucallpa (Ostperu) gelegenen Malschule USKO-AYAR, einer spirituell-künstlerischen Einrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ethnische Werte wie Respekt und Vertrauen gegenüber Natur und Mensch zu vermitteln. |