Die Krise der EZA und der entwicklungspolitischen NGO´s birgt die Chance einer Neuorientierung, die eine Reflexion der eigenen Arbeit und deren ideologischen Hintergründe beinhaltet, aber auch die Form der Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen vor Ort. Neben diesem Dialog mit den Partnern im Süden ist auch eine Vernetzung von Entwicklungs-NGO´s in Österreich wichtig, um gemeinsam Forderungen an die staatliche EZA durchsetzen zu können und Konkurrenz zwischen einzelnen Organisationen gering zu halten.
Eine Organisation mit diesem Aufgabenbereich ist die 1988 gegründete AGEZ (=Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit), der um die 30 entwicklungspolitische NGO´s angehören. Ziel dieser Organisation ist es, die Wichtigkeit der Nord-Süd-Beziehungen stärker in der Öffentlichkeit zu betonen, eine nachhaltigere Entwicklungspolitik zu fordern und mehr Mittel für eine Form der Entwicklungszusammenarbeit zu erhalten, die von den Wünschen der Menschen im Süden ausgeht und zu längerfristigen Veränderungen ihrer Lebensumstände führt (AGEZ, 2001).
Als wichtiger Treffpunkt zur Neuorientierung und Bündelung der Kräfte in der EZA kann die „Gesamtösterreichische Entwicklungstagung“ in Salzburg im Oktober 2001 gelten, die einen Dialogprozess fast aller in Österreich tätigen Entwicklungs-NGO´s in Gang setzte und die versucht, einen verstärkten Druck auf staatliche Stellen auszuüben, um die österreichische EZA wieder verstärkt mitzugestalten. Die Organisatoren der Entwicklungstagung in Salzburg formulierten ihre Entwicklungsziele im Vorfeld der Tagung als eine Re-Politisierung der EZA: „Das Geld, das für Entwicklungs-Projekte zur Verfügung steht, ist nur ein Thema der Entwicklungspolitik, nur ein Indiz dafür, wie wichtig der Politik und Gesellschaft in Österreich die EINE Welt ist. EZA als solidarische EINE-Welt-Politik muss darüber hinaus den Anspruch stellen, als zentrales Politikfeld wahrgenommen zu werden. In einer zunehmend globalisierten Welt ist dies mehr als angebracht“ (Entwicklungstagung in Salzburg, 2001). |