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Kultur, Raum, Landschaft. Fachseminar SS 2003 - Elke Mader und Ernst Halbmayer
 
Studierende des Interdisziplinären Lehrgangs für Höhere Lateinamerika Studien
Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 5.6 Kubanische Immigration in die USA - Karin Hahad

5.6.4 Exilkubanische Politik in den USA

Die politische Kultur der Exilkubaner in Florida ist geprägt durch zwei Staaten, durch Kuba und die USA. Kubanische Immigranten engagieren sich einerseits in Bereichen, die die politische Entwicklung in ihrem Herkunftsland betrifft, andererseits versuchen sie ihre lokale Umgebung zu gestalten.

Die größte politische Organisation des kubanischen Exils, die Cuban American National Foundation CANF (Fundación Nacional Cubano Americana) - http://www.canfnet.org/ steht für ein ausgeprägt konservatives Gesellschaftsverständnis.

Jorge Mas Canosa, der langjährige Führer der CANF - er verstarb 1997 -, hat diese Organisation autoritär beherrscht und ihren Einfluß weit über die kubanische Exilgemeinde hinaus ausgedehnt.

Carlos Alberto Montaner schreibt über Jorge Mas Canosa:

"Esta militante vocación política le llevó de la mano por diversos vericuetos ideológicos y distintas estrategias, hasta que se convenció de que el mejor camino para influir en los acontecimientos cubanos, dada la imposibilidad de derrotar a Castro por las armas, era ejercer presión sobre los políticos norteamericanos, haciendo valer el peso electoral de los Cuban-americans y los cuantiosos recursos económicos de una parte de la emigración que le era afín." (Montaner, S.237)

1981 wurde mit massiver Unterstützung des US amerikanischen Kongresses die Radiostation "Radio Martí" - http://www.martinoticias.com/OCBText/default.asp gegründet, deren Aufgabe es war und ist, Kuba (ähnlich wie zur Zeit des Kalten Krieges "Radio Free Europe" die Bevölkerung in den Ländern des Ostblocks) mit "alternativen Nachrichten" zu versorgen. Anfang der 90er Jahre folgte dann die Errichtung eines Fernsehsenders "TV Martí" - http://www.martinoticias.com/OCBText/tv.asp.

Die Foundation gehört heute zu den stärksten Lobbygruppen in den USA.

"The cuban american national organization was the most effective ethnic lobbying organization in Washington, surpassing even the pro-Israeli lobby which it had originally imitated."(http://cmd.princeton.edu/)

Selbst bei der Debatte um die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA, die Kanada, Mexiko und die USA umfaßt, konferierte man Ende 1993 mit Mas Canossa.

Neben der CANF gibt es unzählige Exilorganisationen, wie die Unión Liberal de Cuba, die Free Cuba Foundation, bis zu Mothers for Amnesty in Cuba und ein ausgesprochen reichhaltiges Pressewesen, das für die "kubanische Sache" eintritt.

Das auffälligste Nebenprodukt ihres "Heiligen Krieges" gegen Castro ist vielleicht die Glorifizierung der Gewalt als probates politisches Mittel. Die terroristischen Anschläge gegen das Castro Regime in den 70er Jahren werden von den meisten Kubanern in den USA als "legitime acts of war" angesehen (vergl. Gonzales - Pando, S 143).

Es sollte trotz des Übergewichts eines extrem konservativen Flügels die Differenzierung innerhalb der kubanischen Diaspora nicht übersehen werden - die Polarisierung reicht von militant antikommunistischen Gruppen der Cuban Americans, die Terrorakte nicht nur propagieren, sondern auch ausführen, bis zu liberalen Fraktionen wie Cambio Cubano in Madrid und einigen (wenigen) Pro-Castro-Organisationen.

Die dialogbereite Fraktion des Exils befindet sich heute zweifelsfrei in Spanien.

Die Unfähigkeit der meisten Kubaner die Ära des Kalten Krieges mental hinter sich zu lassen und die Weigerung , sich in den U.S. amerikanischen Mainstream zu integrieren, haben sie zu einer der am wenigsten akzeptierten Gruppen in der amerikanischen Öffentlichkeit gemacht http://cmd.princeton.edu/.

So wie die Exilkubaner maßgeblich die außenpolitische Position der USA mitbestimmen, so sehr vermehren sich auch ihren Einfluß in der Innenpolitik. Wer in den USA Wahlen gewinnen will, muss die "richtige" Position zu Kuba und Castro vertreten.

Auf nationaler Ebene gibt es mittlerweile drei kubanisch-amerikanische Kongressabgeordnete, Lleana Ros-Lehtinen, Lincoln Díaz-Balart (seine Tante war die erste Ehefrau von Fidel Castro) und Roberto Menéndez, welche von kubanischen Exilorganisationen favorisiert wurden und deren Anliegen vehement auf nationaler Ebene vertreten.

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