Schemata für räumliche Vorstellungen sind in kulturspezifischen Weltbildernverankert, werden in Mythen beschrieben und kodifiziert und stehen in engem Zusammenhang mit (rituellem) Handeln.
Weltbilder integrieren Landschaften, ihre BewohnerInnen und ideelle Konzepte, sie statten den Raum mit Sinn und Bedeutung aus. Menschen - konfrontiert mit einer vielfältigen und kontinuierlichen Wirklichkeit - zergliedern diese gedanklich in kleinere Einheiten, benennen die Versatzstücke und verleihen ihnen einen bestimmter Sinn. Solche Klassifikationen, die u.a. die Konzeption von Innen und Außen, vom Wir und von den Anderen, von Mensch, Natur und Spirituellem betreffen, bilden den gedanklichen Raum, in dem sich Erfahrungen ereignen.
In diesem Sinne konstruiert jede Kultur ihre Welten, der Raum wird zur Projektionsfläche für symbolische Klassifikationen. Das Subjekt der Erkenntnis ist dabei immer in bestimmte Bedeutungssysteme und Sprachen, in soziale, kulturelle, historische und politische Kontexte eingebettet und wird von ihnen wesentlich beeinflusst. |