Raum und Kultur sind auf vielfältige Weise mit einander verbunden. Zu den verschiedenen Dimensionen dieser Verflechtungen gehören Beziehungen zwischen Natur und Kultur im Sinne von kulturell geprägten Wahrnehmungsweisen des Raums. Sie stellen eine Relation zwischen dem physischem und dem symbolischem Raum, zwischen Bezeichnetem und Zeichen dar. So nehmen Weltbilder großen Einfluß auf das jeweilige Verständnis von Raum und Landschaft in einer Gesellschaft. Kultur schreibt auf diese Weise spezifische Bedeutungen in natürliche und anthropogene Räume ein, welche in der Folge auch den kulturspezifischen Umgang mit bzw. die Nutzung oder Ausbeutung von diesen Räumen strukturieren.
Unter modernen Bedingungen ist dieses Verhältnis zum Raum und seiner Ausbeutung bzw. seines Schutzes kein naturwüchsiges, sondern ein strategisch geplantes und regelbares und somit auch ein Feld politischer Machtbeziehungen. Kultur stellt demnach Schemata für räumliche Vorstellungen und Konzeptionen bereit, die gesellschaftsspezifisch variieren und Wandlungen unterliegen. Das gilt nicht nur z.B. für das Verhältnis von Natur, Gesellschaft und Weltbild in indigenen Gesellschaften. Auch die globale Konstruktion der modernen Weltgesellschaft illustriert einen solchen Wandel, der zur Auflösung lange gültiger Raum- und Zeitverhältnisse führt, dabei kommt es u.a. zu einer auch sozial erfahrbaren Gleichzeitigkeit der Auswirkung von Ereignissen und zu einer räumlichen Entgrenzung ihrer Wirkungen. |