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Kultur, Raum, Landschaft. Fachseminar SS 2003 - Elke Mader und Ernst Halbmayer
 
Studierende des Interdisziplinären Lehrgangs für Höhere Lateinamerika Studien
Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 2 Weltbild, Mythos und Schamanismus
 up 2.4 Zeit- und Raumkonzeption mehrer bäuerlicher Gemeinschaften der Nordanden - Bernadette Schiefer
 up 2.4.2 Das Heiß-Kalt-System der bäuerlichen Lebenswelt
 up 2.4.2.2 Gleichgewicht zwischen Wildnis und Bezähmten

2.4.2.2.2 Der Urozean

In den großen Tiefen ist das Wasser des Urozeans salzig, dort unten leben zwei Riesen. Dort unten sind auch die Liebeslieder zu Hause. Weiter oben wird das Wasser süß, hier wohnte mohan und poira, wie auch das Urbild der Weiblichkeit, die mohana. Am unteren Rand der Erdscheibe leben in Höhlen menschenähnliche Wesen, die kein After haben und sich nur von Düften der Speisen ernähren. Auf der Erdoberfläche hat der Mensch viel Land unter Kontrolle, doch überall, wo Wasser ist, können die Unterweltwesen an die Oberfläche kommen. In den wasserspendenden Felsen wird der mohan zum Donner. Von dort aus steigen diese Wesen in die Wolken und feiern dort ihre rauschenden Feste, während Wolkenbrüche auf die Erde niedergehen. Der Regenbogen gibt dem Donner dann das Wasser zurück, indem er es aus Wasserläufen trinkt und es zu den Wolken hinaufhebt. Mond und Sonne, Jesus und die Heiligen wurden dort oben angesiedelt. Über dem ganzen thront Gott, der mit der Sonne gleichgesetzt wird, die der Welt Wärme und Lebenskraft gibt. Die Ordnung ist aber nicht statisch zu begreifen. Die Sonne holt sich ihre Kraft aus der Unterwelt, Mond und Sterne sind Unterweltwesen, die in der Nacht nach oben gehoben werden. Der Urozean ist eine gewaltige Schlange, die wegen ihrer Kraft so gefährlich ist, ohne der aber nichts leben kann. Nur in der Mitte dieser Kraft kann der Mensch leben, sonst wird er krank. Die Menschen, die diese Kraft kennen und sie in ihre Mitte zurückleiten, sind die Medizinmänner.

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