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Internet und Demokratie in Lateinamerika
Cecile Balbous, Daniela Ingruber, Barbara Katschnig, Lisa Ringhofer, Birgit Rys,
Interdisziplinärer Lehrgang für Höhere Lateinamerika-Studien
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 up 5 Manipulation und Desinformation
 up 5.5 (Europäische) Medien und Desinformation

5.5.3 Fallbeispiel Plan Columbia

Der Plan Columbia wurde 1999 von Präsident Pastrana nach einem Besuch bei Bill Clinton als Ersatz für den bisherigen Entwicklungsplan (Friedensverhandlung mit FARC) vorgestellt, ohne den kolumbianischen Kongress zu informieren.

Von offizieller Seite (US-amerikanischer Regierung) werden die Gründe und die Vorteile des Plans dargestellt. Wenn man aber genau hinsieht, sind es Vorteile zugunsten der amerikanischen Regierung und nicht für Kolumbien. Wenn Informationen an Agenturen und andere Medien weitergegeben werden, ohne dass es die Möglichkeit gibt, diese zu prüfen, entsteht ein Informationsdefizit, das den freien Blick auf die “Tatsachen” nicht mehr zulässt.

In den europäischen Medien ist kaum anderes als die Information der Agenturen zu finden und ist damit parteiisch, da zivilgesellschaftliche Berichterstattung nicht mit berücksichtigt wird.

Oft finden sich keinerlei Hinweise darauf, wer für eine Seite verantwortlich ist und woher die Informationen stammen. Es können aber zuverlässige Informationen im Internet gefunden werden, wie in diesem Fall ein Text von Noam Chomsky: Der Plan Columbia: April 2000 (Chomsky-Text).

Insgesamt zeigt sich, dass das Internet eine problematische Quelle für Informationen darstellt und daß sein Entstehen nur teilweise zur Verbesserung von Informationsdemokratisierung beiträgt. Mehr denn je gilt es, die UserInnen von Information dazu zu erziehen, einen zweiten und dritten Blick auf die Information zu werfen, ehe sie sich darauf verlassen.

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