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Mythen in Lateinamerika
Ethnologische Mythenforschung
Univ. Doz. Dr. Elke Mader
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
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 up 11 Das Eigene und das Fremde im Mythos

11.2 Grenzen und Grenzüberschreitungen

Mythen sind vielstimmige Diskurse zur Lebenswelt der Gesellschaft in der sie erzählt werden. Sie sind ein System von Mitteilungen, sie verdichten und verflechten Aussagen über verschiedene Dimensionen des Seins und stellen Beziehungen zwischen mehreren Ebenen von Diskurs und Praxis her. Claude Lévi Strauss spricht von Beziehungsbündeln, die Reihen von Bedeutungsträgern formen und mit anderen vernetzt sind. Solche Beziehungen konstituieren die Struktur des Mythos und geben auch Aufschluss über die Relationen, welche die Mythen mit ihrem sozialen und ökonomischen Umfeld unterhalten.

Die Mythe vom Shuar und den Wildschweinen konstruiert und transformiert eine Reihe von Beziehungen und Beziehungsbündel. Sie stellt dadurch Verbindungen zwischen welche mehrere Dimensionen der Lebenswelt her und spricht von Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen in bezug auf zentrale Zonen der traditionellen Gesellschaftsordnung, z.B. ,Geschlechterbeziehung, Heiratsordnung, postnuptiale Residenz, Verwandtschaft, Beziehung Mensch/Tier, Jagd, Konflikte und bewaffnete Auseinandersetzungen.

 down 11.2.1 Beispiel: Der Shuar und die Wildschweine
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