„Jede konstitutive Einheit des Mythos muß ernstgenommen werden, auch wenn sie aus sich heraus keinen Sinn zu ergeben scheint. In der Tat tragen die konstitutiven Einheiten isoliert nicht unbedingt eine bezeichnende Funktion, sie entsteht oft erst im paradigmatischen Arrangement, in der Beziehung, die sie zu anderen konstitutiven Einheiten unterhalten. Die vertikalen Säulen konstitutiver Einheiten werden auch Beziehungsbündel genannt. Durch das Anordnen der konstitutiven Sätze des Mythos in syntagmatische Ketten und paradigmatische Reihen wird eine der Orchesterpartitur vergleichbare Lesung der mythischen Geschichte möglich. Man kann sie horizontal lesen und das zeitliche Nacheinander der konstitutiven Einheiten verfolgen, man kann sie auch vertikal lesen, wobei dann die konstitutiven Einheiten als synchronische Beziehungsbündel erkennbar werden. ... Ziel jeder Isolation konstitutiver Einheiten des Mythos ist es, dem Mythos immanente, ihn bezeichnende Korrelationen und Oppositionen aufzudecken, anders ausgedrückt: logische Beziehungen zwischen den Elementen aufzufinden.“ (Oppitz 1993: 207-208) |