Die strukturale Mythenanalyse untersucht Mythen in erster Linie als sprachliche Gebilde. Sie arbeitet dabei mit Theorien und Methoden der Sprachwissenschaft, und sucht nach Gesetzmäßigkeiten des Mythos als sprachliches System - etwa im Sinne einer Grammatik, Phonetik, Morphologie oder Semiologie.
Im 20. Jahrhundert entstanden verschiedene Formen der strukturalen Analyse von Mythen. Pionier auf diesem Gebiet war der russische Wissenschafter Vladimir Propp dessen Arbeit „Die Morphologie des Märchens“ (1928) einen wesentlichen neuen Impuls in der Mythenforschung setzte. Diese Arbeit erwuchs aus den Bemühungen, Erzählungen zu ordnen und nach neuen Kriterien zu analysieren. Propp die vorherrschende Forschungsrichtung seiner Zeit - Motivvergleiche und Verbreitungsstudien - für unzureichend, um das breite Spektrum von Erzählungen zu systematisieren und zu bearbeiten. |