Während in der ersten Hälfte der Mythe die symbolische Verbindung Nahrung - Frau - Heirat(sallianz) im Vordergrund steht, wird sie im zweiten Teil von der Verknüpfung Nahrung - Jagd/Beute - Krieg abgelöst. Die Erzählung nimmt wieder die Perspektive der Wildscheine und des in seine Beute verwandelten Jägers ein und schildert die Jagd als Überfall im Sinne der traditionellen Fehden und „Kriege“ (meset).
Bei der Darstellung dieses Handlungskontexts orientiert sich die Mythe wiederum an gängigen Praktiken in der Lebenswelt der Shuar und Achuar. In einem unheilvollen Traum (karamesémamu) sieht der Herr der Wildschweine eine große Gefahr voraus, Feinde werden seine Gemeinschaft überfallen. In Zusammenhang mit gewaltsamen Konflikten werden Träume besonders sorgfältig analysiert, so wird auch dieser Traum in der Gemeinschaft besprochen. Das gilt auch für Krieger, die einen Angriff planen: Hat ein Krieger knapp vor den Überfall einen unheilbringenden mesémamu-Traum, der ihm zeigt, dass jemand seine Kräfte beeinträchtigt, oder der andere unheilbringende Zeichen beinhaltet, nimmt nicht an dem Kriegszug teil: Er würde nicht nur sich, sondern das ganze Unternehmen gefährden. Dem Jäger/Schwiegersohn wird eine besondere Rolle bei diesem Konflikt vorhergesagt: Er wird besonders tapfer kämpfen, um seine (Afinal-) Verwandten zu verteidigen, besonders gegen die wilden Tiere, die mit den Angreifern kamen, die Jagdhunde seiner (Bluts)Verwandten - ein weiteres Beispiel für die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Wesen. Der Mut und Einsatz im Kampf zeichnen ihn dabei als perfekten Schwiegersohn aus, der seine wichtige soziale und politische Aufgabe, die Allianz mit dem Schiegervater, ausgezeichnet erfüllt. Hier betont der mythische Diskurs noch einmal die soziale Nähe des Helden zu den Wildschweinen, die durch die prophetischen Worte und die Anweisungen des Schwiegervaters bestärkt werden: „Wenn dich die Feinde fangen und du mit ihnen lebst, so werden sie uns jagen und töten, aber du sollst nie von unserem Fleisch essen. Du sollst immer daran denken, damit du nicht deine Schwiegermutter, deine Frau oder deine Schwäger verspeist!" |