Das Verhältnis zwischen dem Jäger und der Wildschweinfrau (sowie später auch ihren Verwandten) reduziert sich aber nicht auf den Bereich der Nahrung, sondern stellt ein facettenreiches Beziehungsbündel dar, das sich aus verschiedenen Relationen mit dem Anderen zusammensetzt, welche die Mythe auf mehreren Ebenen behandelt.
Dabei werden verschiedene Dimensionen von Differenz miteinander verflochten und in der Dynamik des Handlungsablaufs zueinander in Beziehung gesetzt: Es geht vor allem um Grenzen und Verbindungen zwischen dem „Wir“ und dem Anderen, und zwar in bezug auf Tier und Mensch, Mann und Frau, Genießbares und Ungenießbares, Blutsverwandte und Afinalverwandte, Freund und Feind. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten, wie sich diese Differenzen auf die Identität, die Gruppenzugehörigkeit und die Handlungsweisen einer Person auswirken können. In diesem Sinne konstruiert der Mythos nicht nur strukturelle, logische Verbindungen sondern auch virtuelle Handlungsfelder (vgl. Drummond 1995) in verschiedenen Kontexten. |