Mit seiner Aussage „myth is not a story told, but a reality lived“ formulierte der Ethnologe Bronislaw Malinowski einen zentralen Grundsatz der „soziologischen Theorie des Mythos“, die primär von Vertretern der britischen Social Anthropology entwickelt wurde.
Sie betont in erster Linie die Funktion von Mythen in einem sozialen Gefüge, vor allem zur Legitimation von sozialen Regeln oder religiösen Praktiken und als Vorbild für richtige Handlungsweisen. Mythen sollen demnach in ihrem spezifischen gesellschaftlichen Kontext untersucht werden. Diese Zugangsweise stellt bis heute eine der wichtigsten Pfeiler der ethnologischen Mythenforschung dar. |